Tonight Freunde

In der tiefsten Provinz gab es früher so rollende Dissen, die jede Woche in einem anderen Kuhkaff gastierten. Die Landjugend pilgerte hinterher und der Höhepunkt des Wochenendes war es, Rotwein mit Cola gemischt aus Plastikbechern zu trinken und darauf zu hoffen, dass man nicht an den verschütteten Resten, des “leckeren” Getränks mit den Schuhen festklebte.

Die “mobilen Diskotheken” fanden meist in Turn- und Reithallen, sowie Vereinsheimen statt. Auf der Bühne stand ein Typ, den ich damals schon als “älteren Mann” ansah, aber vermutlich war er nur circa 10 Jahre älter als ich. Er hüpfte den gesamten Abend in weiss-schwarz gestreiften Leggins zu Konservenmucke auf und ab und zwischen den Liedern rief er immer lautstark “Tonight Freunde” ins Mikro.

Diese Veranstaltungen waren äußerst beliebt. Böse Zungen würden sagen “Wir hatten ja damals nix anderes”, aber in den umliegenden größeren Städten gab es sehr wohl “richtige Diskotheken”, die jedoch ganz andere Musik spielten. Bei den Dorfevents gab es meist 80er Klassikrock, allerdings waren es damals noch keine Klassiker, sondern erst frisch erschienene Songs, bzw. höchstens 10 Jahre alte Lieder. Klassiker sind sie erst jetzt. Vielleicht mag ich deshalb das ganze Zeug aus den 80ern nicht mehr hören, weil ich schon damals einen absoluten Überdruss daran hatte.

Früher war nicht wirklich alles besser. In der Nostalgie war es damals schon schön. Die Veranstaltungen erleben gerade wieder ein Revival. Anscheinend mit dem selben Veranstalter, der inzwischen schon mindestens Mitte bis Ende 60 sein müsste. Wem’s gefällt, der soll sich das gerne reinziehen, ich brauche keine “Reise in die Vergangenheit”.

The big ape

Trotz oder gerade wenn alles schwerer ist, sind aberwitzige Stories um so wichtiger:

In gefühlt einem anderen Leben, war ich Fremdsprachenkorrespondentin bei einem großen international tätigen Unternehmen. Ich hatte einen Kollegen, der eine Zeit lang mit mir im Zimmer saß und der oft zu unfreiwillig komischen Szenen neigte.

Es war an einem schönen Nachmittag Anfang eines Jahres, als er mit der französischen Niederlassung des Unternehmens telefonierte. Der Kollege am anderen Ende der Leitung hatte einen stark ausgeprägten Akzent und er redete auch sehr laut. Ich hörte bis zu meinem Arbeitsplatz, wie er immer wieder sagte “Delivery in week eight”. Zumindest wollte er das sagen, es hörte sich eher an wie “Deeellibbberyyy in wiiiiiig Äigggggd”. Mein Kollege im Büro verstand jedoch “Big Ape” und wiederholte es immer wieder in die Telefonmuschel fragend: “Big Ape?”, “Big Ape?” während der Franzose immer verzweifelter “Wiiiig Aiigggd” antwortete.

Ich hörte mir das Spektakel eine Weile an, bis ich vor Lachen fast von meinem Schreibtischstuhl flog. Irgendwann hatte ich Erbarmen mit dem Kollegen (dessen Lieblingsspruch sowieso “Heute holen sie mich noch” war und damit meinte er durchaus die Pfleger einer Irrenanstalt, die einen mit einer Jacke abholen, die man hinten zumacht) und erklärte ihm, dass die Franzosen keinen großen Affen geliefert haben wollen, sondern ihre Lieferung in Kalenderwoche Acht erhalten möchten.

Es ist noch immer eine der lustigsten Geschichten aus dieser Zeit. Immer wenn ich Gorillas sehe, oder Planet der Affen denke ich an den “fremdbesetzten” Kollegen, der den Franzosen einen großen Affen schicken wollte.

Immer 100 %

Eine ehemalige Freundin sagte mal zu mir “Du gibst für andere immer 100 %, das könnte ich nicht, das bewundere ich an Dir”.

Ich habe so meine Zweifel, ob das eine “Eigenschaft” ist, die Bewunderung verdient. Es ist eher ein “Zwang”, für Andere da zu sein, alles für sie zu geben. Egal ob es die Freundin ist, die gerade von einem Typen sitzen gelassen wurde, jemand im Umfeld, der chronisch krank ist, die Freundin, die oft und gerne jammert, der Kumpel, der keine Freundin findet, die Bekannte, die immer mies drauf ist, das nette Ehepaar, das gerade mit Knochenbrüchen und bakteriellen Infektionen geplagt ist, etc.

Ich fühle mich so oft für die Launen und Befindlichkeiten anderer verantwortlich und versuche dann, die “Stimmung” zu verbessern oder ihnen mit irgendwas eine Freude zu machen, aber nein, das ist verdammt noch mal nicht mein Job. Die wenigsten scheren sich darum, wie es mir geht und wenn, dann wird es oft sogar noch abgetan. “Deine Mutter war ja schon so alt”, oder “Ist ja schon 4 Monate her”, “Ist doch nur eine Katze und alt ist er auch”. Ich muss aufhören, immer für alle Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, die für mich nie einen Finger krumm machen würden.

Wer war denn in schweren Zeiten für mich da? Erst recht interessiert es kaum jemand, wie es meinem Kater geht. Im Gegenteil, es kommen Bemerkungen wie “Du steigerst Dich da rein”, “Irgendwann stirbt er halt”. Ja natürlich ist das so, aber deswegen kann man doch sagen: “Hey, wenn Du was brauchst, gibst bescheid, ich bin für Dich da”. Das kam von exakt einer Freundin.

Ich habe gerade kaum Kraft für mich. Ich bin noch immer angeschlagen vom Tod meiner Mutter und der Zeit davor, auch wenn ich das nach Aussen nicht zeige (weil sowieso kaum jemand Verständnis dafür hätte). Ich habe Momentan so oft Panikattacken, Herzrasen, rationale und irrationale Ängste.

Ich weiss, das ist alles erklärbar und ja, ich bin jetzt halt in einem Alter, wo mir das Auf und Ab der Hormone zu schaffen macht. Es gibt Schlimmeres und es gibt Menschen, die wirklich was richtig Schlimmes haben, wie eine unheilbare Krankheit. Krebs, einen Tumor. Das sind die wahren Helden, die Bewunderung verdienen. Nicht ich mit meinen “Kinkerlitzchen” mit denen jeder konfrontiert wird. Jeder der Haustiere hat, verliert sie irgendwann, weil sie nun mal leider eine geringe Lebensspanne haben. Jeder, der nicht selbst sehr jung stirbt, erlebt irgendwann den Tod seiner Eltern. Jede Frau erlebt irgendwann das Ende ihrer reproduzierfähigen Phase mit allem, was damit verbunden ist.

Das ist nichts Weltbewegendes und nichts worüber man jammern müsste. Es ist der Lauf des Lebens. Es ist wie es ist. Dennoch haben auch meine “Befindlichkeiten” ihre Berechtigung. Auch ich darf traurig sein, ausgelaugt sein, mich fürchten vor dem was kommt. Auch ich darf mal einfach nur für mich sorgen. Denn erst wenn ich wieder Kraft für mich habe, kann ich auch wieder für andere da sein. Es ist wie bei der Einweisung im Flugzeug: Setzt Eure Sauerstoffmasken zuerst auf, erst dann kümmert Euch um Andere.

Wenn mein Orpheus wieder stabiler ist, werde ich wieder die Kraft haben, mich um andere zu kümmern, für diejenigen da sein, die Hilfe brauchen. Mit manchen Situationen weiss ich nicht recht umzugehen. Die Freundin, die wirklich schwer erkrankt ist. Ich fühle mich unbeholfen und linkisch und hoffe nichts Blödes zu sagen oder zu schreiben. Versuche ihr witzige Anekdoten aus der Vergangenheit zu erzählen, weil ich nicht weiss, was ich sonst tun könnte. Vielleicht reicht es auch manchmal schon, dass sie weiss, dass ich an sie denke und ich denke sehr oft an sie. Nicht erst, seit ich von der Diagnose weiss, auch vorher schon. Sie war nie aus meinen Gedanken. Es gibt Menschen, die habe ich echt vergessen. Die sind so aus meiner Gedankenwelt, dass ich nur an sie denke, wenn sie irgendjemand erwähnt, aber dazu gehörte sie niemals. Wir hatten sehr schöne Zeiten zusammen. Sie ist ein Teil meiner Vergangenheit und sie war damals die Einzige, die mir geholfen hat, als ich den neuen Job anfing und sie meine Kollegin war. Das werde ich ihr niemals vergessen.

Ich weiss, nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll. Habe Angst aus Unbeholfenheit etwas “Falsches” zu sagen. Vermutlich ist das alles unbegründet und wenn man jemand lieb hat, kann man nicht wirklich etwas falsch machen.

Mal wieder eine “neue” alte abstruse Story

Es war einmal eine Walpurgisnachtfeier, auf der eine meiner Freundinnen und ich wirklich einen über den Durst getrunken hatten. Es war so eine Kneipennacht und wir waren schon an der vierten Station angelangt, als wir auf die glorreiche Idee kamen, den Weg zu den Toiletten zu versperren und “Wegezoll” zu verlangen. Erstaunlicherweise funktionierte es bei allen Männern richtig gut und alle zahlten, nur die Frauen verwünschten uns. Wir hatten allerdings schon einen Alkoholpegel erreicht, wo uns das gänzlich egal war. Wir hatten Spass. Vom Wegezoll bezahlten wir weitere Getränke und fingen an, auf den Tischen zu tanzen. Die Lokalität war kein Bierzelt und es war dort nicht üblich, dass jemand wie in “Coyote Ugly” auf der Theke oder den Tischen tanzte, aber auch das interessierte uns nicht. Irgendwann versammelten sich alle Anwesenden in dieser Gaststätte um uns herum und schauten uns beim tanzen zu. Leider kamen wir nicht auf die Idee, sie auch dafür zahlen zu lassen, sonst hätten wir an dem Abend sicherlich viel Geld mit nach hause gebracht. Wir strippten nicht oder sowas, wir behielten selbstverständlich unsere Klamotten an. Wir schwebten an diesem Abend einfach so durch das Leben. Sorgenfrei, furchtlos und lebenslustig. Wenn es Tage gibt, die ich gerne wieder erleben möchte, gehört dieser Abend definitiv dazu.

Echte Nähe

fühle ich selten zu anderen Menschen. Zu Tieren fühle ich eine tiefe Verbundenheit, jedoch selten zu meiner eigenen Spezies.

Es gibt nur wenige Personen, denen ich vertraue. So sehr vertraue, dass ich mich nicht zurückhalte, mich nicht verstelle, nicht Angst habe, meine Wahrheit auszusprechen.

Eine der Wenigen war meine 2015 verstorbene Freundin. Wir telefonierten fast täglich, verstanden uns oft wortlos. Wir zofften uns auch mal und sagten uns, wenn uns was störte und versöhnten uns wieder. Es war eine echte, ehrliche Freundschaft, wo jede von uns sein konnte, wie sie wollte, ohne Angst, dass unsere Schwächen ausgenutzt werden würden. Bei ihr hätte ich nie Angst gehabt, unangenehme Themen anzusprechen. Sie wäre auch nie wochenlang beleidigt gewesen, wenn ich etwas Unbequemes aussprach. Sie hätte niemals eine WhatsApp von mir nur nichtsagend und einsilbig beantwortet oder einfach ignoriert.

Vielleicht gibt es so eine Freundschaft selten, vielleicht aber war es so Besonders, weil wir beide einfach wir selbst waren. Unkaschiert, offen, frank und frei heraus. Ohne Rückhalt von Gefühlen aus Angst vor Ablehnung oder Verstoßung. Ihr hätte ich es gesagt, wenn sie sich für einen Typen zu arg verbogen hätte und alle seine Hobbys mitgemacht hätte, nur um ihm zu gefallen. Bei ihr hätte ich es ansprechen können, wenn sie monatelang / jahrelang über Lappalien gejammert hätte, ohne Furcht, dass sie mich dann ghostet. Zu ihr hätte ich sagen können, dass es mich nervt, dass Vorschläge für Unternehmungen zu 90 % von mir kommen und dass mir die Freundschaft zu oberflächlich ist und dass sich das ändern muss, weil mir Tiefgang wichtig ist.

Es gibt noch heute Situationen, wo ich denke “Darüber hätten wir jetzt Tränen gelacht”, die ich aber niemand anderem erzähle, weil ich glaube, dass nur sie es verstanden hätte. Vielleicht sollte ich mich hier mehr Anderen gegenüber öffnen, vermutlich finden sie die absurden Geschichten genauso lustig und lachen mit mir darüber. Vielleicht kann ich auch allen von meinen Ängsten erzählen und wie ich mich wirklich fühle und nicht nur immer “es geht mir gut” sagen, um niemand zur Last zu fallen.

Die Wahrheit ist, dass ich mich oft einsam fühle, gerade in Gesellschaft. Dass ich Angst habe, ich selbst zu sein, weil ich fürchte, dann nicht geliebt zu werden, ausgegrenzt zu werden, nicht verstanden zu werden. Ich habe oft Panikattacken und habe schon Einladungen zu Parties abgesagt, weil ich simpel Angst davor hatte. Ich habe vor sehr alltäglichen Dingen Angst und weiss rational natürlich, dass es doof ist, kann das Gefühl aber nicht steuern. Mein Cortisol-Level steigt in solchen Situationen massiv an und ich bestehe nur noch aus purer Furcht.

Die Vergangenheit hat mich “gelehrt”, dass ich früheren Freunden “zuviel “war und ich wirklich wortwörtlich Ozeane für Menschen überquert habe, die für mich nichtmal über eine Pfütze springen würden. Das heisst aber nicht, dass es wieder so sein muss, und selbst wenn, dann würde nur eine natürliche Auslese stattfinden.

Vermutlich ist genau das der “Fehler”, dass ich mich klein mache und zurück nehme, weil ich fürchte, dass ich wieder abgelehnt werde. Es kann wieder sein, dass ich als Verrückte abgestempelt und abgelehnt werde, dass ich als Pflanzenterroristin bezeichnet werde, dass ich geghostet werde, weil ich etwas total Harmloses anspreche, was anderen nicht passt und die dann so unversöhnlich beleidigt sind und ich blockiert werde. Es kann wieder vorkommen, dass sich Menschen, aus welchen Gründen auch immer, wieder von mir abwenden. Das Risiko muss ich eingehen, weil ich nur Tiefe erhalte, wenn ich selbst Tiefe gebe und nur Echtes zurück bekomme, wenn ich mich selbst nicht verstelle. Wenn ich furchtlos ich selbst bin, können auch die anderen furchtlos sie selbst sein.

Dann ist es möglich, dass ich sage “Hey, Du bist so eine tolle, schöne, starke Frau, warum machst Du immer das, was Dein Freund will, auch wenn Du gar keine Freude daran hast? Du musst Dich nicht den Hobbys Deiner Partner anpassen. Wenn Dich einer deshalb nicht mag, passt es so oder so nicht”, oder “Ich hab Dich wirklich lieb, aber ich ertrage Deine Jammerei echt gerade nicht. Ich wünschte, Du hättest mehr Lebensfreude und würdest Dich auf das Schöne in Deinem Leben konzentrieren und nicht immer nur auf das, was nicht gut läuft. Ich kann das verstehen, ich hing auch jahrelang in so einer Schleife fest und kann Dir sagen, dass sich dadurch nichts bessert”. “Ich wünschte Du hättest nicht diese irrationalen, beinahe paranoiden Ängste vor eigentlich Allem. Auch das kann ich gut nachvollziehen, weil ich sie selbst ebenfalls manchmal habe. Ich versichere Dir aber, dass kein SEK bei uns vor der Tür stehen wird, weil wir vor 12 Jahren mal pheripher eine kannten, die in ein seltsames Milieu abgedriftet ist und jetzt in einer Kommune lebt, die von Schwurblern bevölkert wird. Es ist nur dem auf und ab der Hormone geschuldet. Es ist nur eine Phase Hase und auch dies wird vorüber gehen!”  oder “Es gibt einen Unterschied zwischen Schnäppchenjagd aus Spass und dem Zwang immer und überall etwas abzustauben und ich fürchte, der schmale Grad ist überschritten. Ich habe das Gefühl, dass Du zu viel Schrott kaufst um damit eine Leere in Dir zu füllen. Auch das kenne ich zu gut, weiss aber auch hier aus Erfahrung, dass das nicht funktioniert. Sag mir bitte, was Dir wirklich fehlt und wie ich Dir helfen kann” und “Ich mag Dich viel mehr, wenn Du nicht immer so tust, als wärst Du die Tollste, Beste und hättest alle Weisheit mit Löffeln gefressen und würdest immer die Welt retten, denn ich weiss, dass Du das nicht bist. Das musst Du auch nicht sein. Du darfst schwach sein, Ängste haben, mal versagen oder falsch liegen. Denn Du bist auch nur ein Mensch und ich mag Dich aufgrund Deiner Imperfektion nicht aufgrund des Scheins, denn Du aufrechterhalten willst, obwohl es offensichtlich ist,  dass es nur Blendwerk ist”.

Dann könnte ich auch offen sagen, dass ich noch immer einfach so weine, weil ich meine Eltern vermisse und dass ich große Angst habe, Orpheus zu verlieren. Dann müsste ich nicht so tun, als wäre alles gut und ich könnte sagen, dass ich noch nicht wieder “heil” bin. Dass ich paranoide Ängste habe und Fehler mache. Dass ich einen fiesen Zerrspiegel in meinem Kopf habe, der mir zuflüstert, ich wäre fett und hässlich. Dass ich Menschen beurteile, obwohl ich nicht in ihren Schuhen laufe, dass ich mir anmaße zu wissen was ihnen guttun würde, obwohl ich nicht in ihr Inneres sehe. Das ich einfach nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen bin.

Eine/r kotzt immer

Freunde haben sich einen Saugwischroboter gekauft – ein feines Ding- so einen hätten wir auch gerne. Wir haben seit Jahren einen Saugroboter, den wir seit geraumer Zeit nicht mehr benützen, weshalb der Saugwischroboter leider auch keine Option für uns ist.

Wieso das so ist? Wir haben 5 Katzen mit mehr oder weniger langen Haaren. Dieser Umstand allein ist es jedoch nicht, auch wenn dadurch sehr viele “Wollmäuse” bei uns “leben”. Eine der Katzen kotzt immer, ganz zu schweigen von dem Umstand, dass sie sowohl bei den Fressnäpfen, wie auch bei den Toiletten einen gigantischen “Streukreis” haben.

Unsere Onya frisst selten von ihrem Teller, sondern nimmt mit dem Maul oder den Pfoten Brocken heraus und schleift sie weissderGeier wohin. Orpheus ist inzwischen etwas dement und kackt manchmal ins hinterste Eck des Musikzimmers. Ich glaube ja, dass er das für mich macht, weil ich Helikopterkatzenmama mir immer Sorgen mache, dass er wieder einen Durchfallschub bekommt. Die schönen wohlgeformten Haufen platziert er meiner Theorie nach extra für mich, damit ich sehe, dass es ihm gut geht.

Es liegen also jeden Tag irgendwo ein Haufen Scheiße, heraus gewürgte Haarballen und verschleppte Essensreste im Haus herum. Ein Saugwischroboter würde das richtig schön verteilen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, weiterhin selbst hinter unseren Dreckschweinchen her zu putzen.

Doch egal wieviel Dreck sie machen – und sie machen echt sehr viel Dreck – möchte ich sie nicht missen. Ich liebe sie bedingungslos und genauso, wie sie sind.

Ich liebe es, wenn mein Puschel auf mir liegt und ein wohliges Mahhhmmaaahhhh von sich gibt, oder wenn sich Orpheus auf sein Fressen stürzt und dabei ein schmatzendes Geräusch macht, dass sich anhört wie Mjamjam. Ich liebe es, wenn Onya schimpfend ihre Streicheleinheiten einfordert und sie kann wirklich penetrant motzen. Ich liebe es, wenn Samson mit seinem Babystimmchen fiepend um meine Beine streicht und wenn Leesi laut schnatternd Vögel vom Fenster aus beobachtet.

Wenn sie mich einmal anschnurren, haben sie mich um den Finger gewickelt und es ist mir gleich, wieviel Dreck sie machen. Sie sind einfach die tollsten Kinder, die ich mir vorstellen kann. Egal ob sie inzwischen teilweise etwas tütelig geworden sind, wie Orpheus, der manchmal nicht mehr so wirklich weiss, was er machen wollte, oder die “Jungen”, die nächsten Dienstag ihren 6. Geburtstag feiern, die sich gegenseitig manchmal zoffen. Sie sind genau richtig, so, wie sie sind.

Ich würde Dir dies und das empfehlen

Wir waren im “Urlaub” oder besser gesagt, wir hatten uns einen viertägigen spontanen Roadtrip nach Italien gegönnt. Wir fuhren montagfrüh los und kamen am späteren Nachmittag am Gardasee an, blieben dort bis donnerstagfrüh und waren abends wieder Zuhause.

Als Leute mitbekamen, dass wir in der Gegend von Venetien sind, kamen die Ratschläge zu Hauf, “Ihr müsst unbedingt dies und das anschauen und dort hin” und auch auf der Heimfahrt sollten wir noch auf jeden Fall hier und da halten und dieses und jenes anschauen.

Alles gut gemeint und sicherlich wären alle Orte schön gewesen. Vielleicht hätte uns das Meiste gefallen, dennoch: Wir waren doch nur effektiv zweieinhalb Tage am Gardasee und wir wollten die Zeit einfach genießen und nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit rennen. Wir erkundeten den Ort Bardolino, als wir montags ankamen, waren dort abends noch essen und am nächsten Tag liefen wir in die Nachbarstadt Lazise. Dort flanierten wir durch die Gassen, aßen und tranken etwas, fuhren mit der Fähre nach Garda, tranken dort wieder etwas und flanierten dort ebenfalls durch die Gassen und liefen zurück nach Bardolino, speisten dort zu Abend und schliefen früh ein, weil wir fast 20km gelaufen waren. Am Mittwoch fuhren wir nach Verona, schauten uns die Innenstadt an, fotografierten den Balkon von Romeo und Julia und fuhren danach weiter nach Borghetto. Auch dies war uns wärmstens nahegelegt worden. Zugegebenermaßen ein süsses kleines Örtchen, aber auch ein Umweg von mindestens 2 Stunden.

Als wir zurück kamen, chillten wir noch etwas am Pool, machten uns fertig für den Abend, speisten und tranken wieder in der Altstadt und liefen wieder zurück. Am Abreisetag frühstückten wir noch ausgiebig, fuhren dann los und machten unterwegs noch Halt in Füssen, wo wir zu Mittag aßen und fuhren anschließend nach Hause. Wir fuhren nicht wie empfohlen an den Blindsee, wir schauten uns auch keine Kapelle mehr an, wir wollten einfach nach Hause.

Es war ein schöner Kurztrip und wir sahen wirklich viel für die kurze Zeit, aber wir wollten simpel ein paar Stunden alle 5 gerade sein lassen, ohne irgendwas zu tun. Einfach an der Strandpromenade sitzen und Leute beobachten und dabei einen Spritz Sarti genießen.

Die meisten Empfehlungen entsprechen eh nicht unserem “Geschmack”. Wir interessieren uns echt nicht für die Geschichte der Olive und gehen deshalb auch in kein Olivenmuseum, selbst wenn es in der Straße des Hotels angesiedelt ist. Wir sind jetzt auch nicht unbedingt Anhänger von”Attraktionen”, wo man ewig anstehen muss und wo hunderte von Leute anstehen. Wir hatten schlicht keinen Bock, uns ewig an dem Romeo und Julia Balkon anzustellen und dafür auch noch € 12 / Person zu zahlen. Wir haben ihn seitlich fotografiert, von einem Platz aus, von dem es noch nichts kostete und basta. Wir setzten uns dafür lieber in ein Restaurant vor der Arena und erfreuten uns an dem warmen Wetter und labten uns an Spritz Aperol und Pommes, die wir gratis dazu bekamen.

Seen in Tirol oder Allgäu sind bestimmt toll, aber bei knapp 11 Grad auch etwas frisch, vielleicht schauen wir uns die mal zu einer anderen Jahreszeit an. Oft empfehlen einem andere was und es kann schon gut sein, meistens trifft es aber leider nicht unseren Geschmack. Das gilt für Urlaubsorte, Sehenswürdigkeiten, Serien, Filme, Speisen, Getränke, eigentlich für Alles. Katzen mögen Mäuse, ich nicht. Was mir gefällt, gefällt vielen anderen nicht und umgedreht.

Es ist wie bei den Flohmärkten, auf die meine beste Freundin und ich häufig gehen. Wir würden uns klamottentechnisch nie in die Quere kommen, weil wir einen total anderen Geschmack haben. So ist es auch mit all meinen anderen Freundinnen. Jede hat ihren eigenen Stil und ihre Vorlieben und das ist gut so. Es wäre furchtbar eintönig, wenn wir herumlaufen würden wie Klone.

Ich war kürzlich mit einer Freundin auf einem Mittelaltermarkt und fand es überwiegend nicht so prickelnd. Ja es gab viele Schmuckstände, aber auch überall dasselbe Zeug. Meist keltisch angehauchter Schmuck, oder “Wikinger” Style, aber auch ganz viel übles Zeug, wie Tierfelle, Hörner, Schnitzereien aus Geweihen oder was mit Federn. Dazu noch eingepferchte Hühner und angebundene Habichte. Muss ich nicht nochmal haben. Es hatte für mich auch etwas von Karneval. Viele kamen “gewandet”, einschließlich der Freundin und mir. Die Kleider sahen toll aus, aber mittelalterlich war glaub ganz anders. Das Kleid, das mir die Freundin geliehen hatte, sah für mich eher aus, wie ein Saloon Kleid aus einem Italo-Western mit einem Hauch von Halloween. Ich habe mindestens 2 “Holla’s die Waldfeen” gesehen. Ich hatte vor einigen Jahren ein ähnliches Kostüm auf dem Fasching an. Es freut mich für die Freundin, wenn sie Spaß an solchen Märkten hat. Mein Ding ist es nicht.

Auch bei Musik ist es so, dass einem oft Lieder empfohlen werden. Ich habe kein wirkliches Genre. Ich höre kreuz und quer alles was mir gefällt. Von Nirvana, bis Linkin Park über “Ballermannhits”. Ich höre echt gerne die Festzeltvariante von “Es tut mir Leid Pocchahontas” oder die Octavian Version von “Mädchen auf dem Pferd”. Ich mag auch “Cordula Grün” gerne und ich gröle schon mal lautstark bei “Wackelkontakt” mit. Ich höre jedoch auch oft Kate Bush und Seeed, bzw. Peter Fox. Ich mag das ausgelutschte alte Rockzeug aus den 80ern nicht und ich hasse Volksmusik, Schlager und Oper. Das bereitet mir körperliche Übelkeit. Gönne es aber allen, es zu hören, denen es gefällt, solange ich es nicht hören muss.

Ich hab bestimmt auch schon mal von Urlaubsorten geschwärmt. London und Budapest fand ich ganz toll. Ich würde aber niemand sagen “Da müsst Ihr unbedingt hin”, weil ich nicht weiss, ob es anderen genauso gefallen würde wie uns. Ich fand die Serien “Dark”, “Sense 8”, “OA”, “3 Body Problem”, “Bodies”, “Silo”, “Fallout”, “Paradise” und “Die Gabe” echt mega, weiss aber von einigen Bekannten, dass sie Dark langatmig, Sense 8 und OA verwirrend fanden und den Rest daher auch nie anschauen würden. Denen gefällt dafür der “Bergdoktor”, “Zombi Nation” oder irgendwas anderes, was uns wiederum nicht gefällt. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und das ist gut so.

Mit Empfehlungen ist es ähnlich wie mit ungefragten Ratschlägen. Sie mögen meist gut gemeint sein, aber wie wir wissen, ist gut gemeint immer das Gegenteil von gut. Wir müssen nicht unbedingt hier hin oder dort hin. Wir sollen nicht irgendwas anschauen, was uns nicht gefällt, nur weil es wer empfohlen hat. Wir können tun und lassen was UNS gefällt.

Witzigkeit kennt doch Grenzen

Freunde hatten vor Jahren ein Haus gekauft und mich zum Essen eingeladen. Sie kannten einige der abstrusen Geschichten, die mir im Laufe meines langen Lebens widerfahren waren und hatten sich echt große Mühe gegeben, die Themen humorvoll aufzugreifen. Unter anderem hatten sie einen “Margit Schrein” gebastelt, mit Bilder von mir, wie in einem Serienmörderfilm und diesen im Esszimmer aufgestellt.

Ich erkenne die Kreativität echt an und auch mit welcher Detailtreue sie die “lustigen” Anekdoten aufgegriffen hatten. Dennoch fand ich es nicht wirklich lustig. Klar, wenn man die Geschichten erzählt, sind sie im Nachhinein schon komisch, aber sie sind mir wirklich passiert, ich habe sie nicht erfunden.

Mir ist klar, dass die Freunde mich damit zum Lachen bringen wollten. Sie konnten nicht wissen, wie sehr mich das an die teilweise sehr verstörenden Szenen zurück katapultiert hat. Sie waren vermutlich auch enttäuscht, weil ich kaum darauf reagiert habe. Ich habe es sehr wohl registriert, doch es hat mich so an all die kruden Erdnuckel und Psychos erinnert, dass mir das Lachen im Halse stecken blieb.

Der Vorteil am Älterwerden ist, dass Psychopathen sich nicht mehr für mich interessieren. In jüngeren Jahren war ich so oft mit Besessenheit von meist männlichen Personen konfrontiert, dass es mir echt Angst gemacht hat. Egal ob bei der Einweihungsparty der neuen Wohnung ein Bild von mir auf der Schlafzimmerkommode eines ehemaligen Arbeitskollegen stand, oder ob ein Wildfremder ein Bild von mir aus Social Media ausgedruckt und laminiert in seinem Geldbeutel herumtrug und es mir stolz unter die Nase hielt, oder ob ein Typ mir eine Orchidee in einem schwarzen Tuch eingewickelt zuschicken ließ (ok, es war zugegebenermaßen nur der Kopf einer Blume und kein Pferdekopf, aber es weckte solche Assoziationen bei mir), oder ein Busfahrer immer anhielt, obwohl seine Linie gar nicht an dieser Bushaltestelle halten durfte, oder ein (anderer!!!) ehemaliger Kollege einen Kuchen backen lies mit meinem Namen drauf und ihn an alle in seiner Abteilung verteilte, oder der Fremde, der mir auf einem Fest mitteilte, dass er schon seit meiner Teenagerzeit mein Leben “verfolgen” würde. Es gab noch zig andere schräge Aktionen von obsessiven “Verehrern”, die ich erlebt hatte und ich bin froh, dass das aufgehört hat.

Ich habe noch immer einen gewissen “Fanclub”, aber der ist zum Glück sehr harmlos und ich ziehe offenbar nicht mehr die total Verrückten an.

Die Aktion der Freunde fällt wieder unter die Kategorie “gut gemeint ist immer Scheiße”, aber ich nehme es ihnen garantiert nicht krumm, es war einfach etwas verstörend.

Der Tod, das Leben und alles dazwischen

Meine Mutter starb Mitte Juli. Es ist nicht nur so, dass ich traurig bin und sie vermisse, sondern auch der Umstand, dass nun beide Elternteile nicht mehr leben und ich jetzt eine “Waise” bin. Egal wie alt man ist, man bleibt das “Kind” und wenn die Eltern sterben, ist man plötzlich niemandem’s Kind mehr.

Auch das schmerzliche Erkennen, dass man selbst jetzt die Generation ist, die “als nächstes dran” ist. Das ist natürlich nur subjektiv. In meiner Familie werden die Menschen hochbetagt und ich bin ja sowieso das Nesthäkchen unter uns Geschwistern. Statistisch gesehen bleiben mir schon noch Jahrzehnte, aber man weiss nie, vielleicht bleibt auch nicht mehr so viel Zeit.

Ich bin in einer Phase meines Lebens angelangt, wo ich oft denke “War’s das jetzt? Kommt da nicht noch was? Das kann doch nicht alles gewesen sein!”. Das sind undankbare Momente, die auch hormonell gesteuert sind, oder besser gesagt einem Mangel an Östrogen und Progesteron geschuldet sind, was in meinem methusalemischen Alter natürlich schwindet.

Objektiv betrachtet geht es mir gut. Ich bin glücklich verheiratet, wir haben schöne Katzenkinder, ein schönes Haus, eine Handvoll feiner Freunde, beruflich ist auch alles im grünen Bereich, ich lebe mit niemand im Unfrieden und bin mit allen “rein”. Das können nicht so viele von sich sagen. Wie viele Menschen sind zerstritten und verbittert und unerbittlich gefangen in ihrer Zwietracht. Das möchte ich nicht haben und nicht mit mir herumtragen. Irgendein schlauer Mensch hat mal gesagt: “Verbittert sein, ist wie Gift trinken und denken, der andere stirbt daran”. So unnötig.

Dennoch habe ich Phasen der Melancholie, wo ich Menschenansammlungen nicht ertrage, wo ich mich gerade unter Menschen fehl am Platz fühle, wo ich einen Zerrspiegel habe, der mir einredet, ich wäre fett, alt und hässlich. Wo ich denke, ich sehe ein Monster wenn ich in den Spiegel schaue. Auch wenn ich weiss, dass das alles dem Auf- und Ab der Hormone geschuldet ist und ich jetzt quasi überwiegend PMS Level habe in der Perimenopause, ändert es nichts an dem Gefühl. Man kann es rational und logisch erklären, aber es fühlt sich trotzdem beschissen an. Altern ist echt nichts für Weicheier.

Was auch noch tief in mir verankert ist, ist eine gewisse Grundunsicherheit und dass ich immer etwas Schlimmes erwarte. Das Damokles-Schwert des Todes schwebte schon so lange über uns, dass das in Fleisch und Blut übergegangen ist. Vor drei Wochen dachte ich, mein Orpheus stirbt mir auch noch. Er hatte wieder einen akuten Schub IBD (sowas wie Morbus Crohn beim Menschen) und lag nur noch malad rum. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie glücklich ich war, als ich wieder den ersten wohlgeformten Haufen von ihm sah. Als es ihm so schlecht ging, hatte ich Herzrasen, Panikattacken und schlief tagelang nicht richtig, weil ich so in meiner Angst gefangen war, dass er stirbt.

Wie bei meiner Mutter wird auch bei ihm der Tag kommen, wie bei uns allen. Er ist 16 Jahre alt und aufgrund seiner chronischen Erkrankung sehr dünn. Er hat wenig Reserven. Er hat sich jetzt dem Einhorn sei Dank echt wieder gut stabilisiert und ich habe mich wieder etwas beruhigt. Trotzdem ist es, als ob eine Grundangst tief in meinen Zellen verwurzelt wäre und wenn eine der Katzen auch nur ein winziges Anzeichen hat, dass etwas nicht stimmen könnte, bestehe ich nur noch aus Panik.

Deswegen habe ich keinen Bock auf oberflächliches Geplänkel, Rumgenöle, Jammerei wegen Alltäglichem. Das Leben ist zu kurz dafür. Ich brauche wieder etwas mehr Frieden, Leichtigkeit, Unbekümmertheit und Sorglosigkeit. Es war jetzt lange schwer genug.

Es ist nicht mehr dasselbe

oder vielleicht (wahrscheinlich) bin ich nicht mehr dieselbe.

Dieser Gedanke kam mir gestern, nach einem langen Volksfestwochenende.

Früher war klar, am dritten Septemberwochenende gehen alle zurück in die Heimat um dort die “5te Jahreszeit” zu feiern. Das lokale Volksfest.

Seit einigen Jahren ist Freitagabend der traditionelle Freundinnentag, an dem meine drei Freundinnen und ich als Clique feiern gehen. Normalerweise beginnt die Party schon am Bahngleis und auf dem Weg zum Festplatz.

Doch dieses Jahr war alles anders. Es kam am Gleis keine Stimmung auf, im Zug erst recht nicht und auch auf dem Weg zum Platz war keine Party wie sonst. Auch auf dem Platz war es “irgendwie anders”. Es war nicht greifbar, aber dennoch kam nicht das Feeling auf, das wir sonst hatten. Vielleicht weil es noch extrem heiß war mit sommerlichen Temperaturen, die es auf einem Herbstfest normalerweise nicht mehr hat.

Ich hatte mich so gefreut und dann war es ganz anders als erwartet. Der Samstag war auch nicht besser und ich war richtig traurig, weil sich “mein Fest” so verändert hatte. Doch dann kam der Sonntag und ich ging ohne Erwartungen hin und es war grandios. Partystimmung pur. Jeder war gut drauf und es war einfach nur schön. Ich hatte auch ein sehr schönes Erlebnis, mit einer Frau, die mich fragte, ob sie mir eine schöne Schleife an meiner Dirndlschürze binden dürfte. Sie band dann wirklich die schönste Schleife, die man sich vorstellen kann. Da war es wieder, das Gefühl “hier bin ich Zuhause, hier sind die Leute anders drauf”.

Das Fest hat sich im Laufe der Jahre verändert. Lieb gewonnene Lokalitäten verschwanden, wie das Weinzelt, andere wechselten den Standort. Meine Freundinnen mögen eine bestimmte Hütte recht gern, die ich seid Standortwechsel nicht mehr so gerne mag. Ich finde es zu laut, zu stickig zu viel Raucher. Ich mag aber auch nicht sagen, dass ich es dort nicht so prickelnd finde. Die Lokalitäten am Sonntag waren viel gechillter. Wir kamen auf die unsinnigsten, aberwitzigsten Ideen und hatten einfach richtig Spaß. Auch diesmal waren seltsame Menschen um uns herum, aber es juckte uns nicht. Alles war friedlich und gechillt.
Am Freitag hatten wir auch eigenartige Erlebnisse und Begegnungen, aber eher der schrägen Art. Wir sahen eine Gruppe von 8 Personen, wo während des Abends jeder mal mit jedem Speichelaustausch betrieb. Wir sahen einen Typen mit nacktem Oberkörper, der in sein Shirt rotzte und ein Mädchen mit blutig gelaufenen Füßen und wie ein junger Mann in einen Kofferraum einstieg.
Einen Teil der Knutsch-Clique sah ich am Sonntag auch wieder. Diesmal machten sie nur eine Polonäse.

Dieselbe Location und doch war alles anders. War ich anders? War es, weil ich keine Erwartungen hatte oder war es einfach eine ausgelassenere Atmosphäre?
Vielleicht eine Mischung aus allem. Letztendlich war es doch noch ein schönes Fest.