Ach fickt Euch doch!

Heute hatte ich ein sehr gutes Gespräch mit einer Freundin. Das Thema war, dass speziell Frauen dazu neigen, sich weit über ihre Grenzen hinaus – sowohl psychisch wie physisch – zu belasten. Viel zu viel Verantwortung zu tragen, körperliche Warnsignale zu überhören und sich um alles kümmern. Sei es Kindererziehung, Haushalt, Beruf, das Kümmern um die älter werdenden Eltern, die Kinder oder Haustiere (was für mich dasselbe ist) pflegen, wenn sie krank sind etcetcetc. Frauen opfern sich häufig auf, bis sie nicht mehr können. Bestimmt gibt es auch Männer, bei denen es so ist, dennoch denke ich, dass es überwiegend ein “Frauenproblem” ist, es allen recht machen zu wollen, für alle da zu sein, sich für alles verantwortlich zu fühlen.

Das liegt zum einen an unserer leider noch immer stark patriarchisch geprägten Gesellschaft, zum anderen an unserer Erziehung, weil es uns unsere Mütter oft auch so vorgelebt haben.

Vielleicht sollten wir – egal ob Mann oder Frau – viel mehr Grenzen setzen, wenn wir überlastet sind, anstatt unsere körperlichen Warnsignale zu ignorieren, bis wir eben die “Quittungen” unseres Körpers bekommen. Wir müssen nicht immer für alles verantwortlich sein und uns um alles kümmern. Wir können durchaus auch “Nein!” und “Stopp” sagen, oder in extremen Situationen eben “Fickt Euch doch”. Manchmal hilft nur eine sehr deutliche Sprache um wirklich ernst genommen zu werden.

Immer lieb und nett und in sich reinfressen, bringt niemand weiter. Oftmals ist Tacheles reden die bessere Variante. Was raus muss, muss eben ab und an raus. Auch wenn es nicht schön, nicht nett, nicht höflich, nicht sozial ist. Die Welt und das Leben ist einfach von Zeit zu Zeit auch unschön, nicht nett, unhöflich und asozial. Deshalb ist es vollkommen legitim, auch mal deftiger zu werden.

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